Der perfekte Schnappschuss

Gute Fotos und Schnappschüsse zu machen, ist nicht schwer. Man muss nur wissen wie: Beachten Sie diese drei Regeln und machen Sie sofort bessere Bilder.

Johanna hat einen echten Traumurlaub hinter sich und zur großen Fotosession geladen, um das erlebte mit Freunden zu teilen. Doch der Funke wollte einfach nicht auf ihre Gäste überspringen – und das obwohl Johanna die geborene Entertainerin ist. Die Schlussfolgerung: Es musste an den Fotos liegen – zu viele, viel zu oft gedankenlos drauf los fotografiert.

Dabei ist es so einfach, gute Bilder zu schießen – auch ohne teures Equipment: Wer sich vor dem Druck auf den Auslöser Gedanken über Motiv, Perspektive und den Bildausschnitt macht, verbessert seine Fotos sehr schnell.

Seit Johanna diese drei Tipps verinnerlicht hat, nimmt die Qualität ihrer Fotos kontinuierlich zu. Sie blickt nun voller Vorfreude auf ihren nächsten Traumurlaub – und die nächste Fotosession.

 

Mit dem richtigen Auge sehen selbst einfache Urlaubsfotos echt gut aus.

Mit dem richtigen Auge werden Urlaubsfotos schnell zu guten Bildern.

 

Die gewählte Perspektive spricht Bände

 

Denken Sie über die Perspektive Ihres Fotos nach. Fotografieren Sie etwas von unten, wirkt das Motiv groß und mächtig, von oben eher klein. Lichten Sie Personen daher am besten auf Augenhöhe ab, außer Sie wollen einen der eben genannten Effekte absichtlich herbeiführen.

Gebäude und Architektur müssen ohne Hilfsmittel wie Drohnen wohl oder übel von unten fotografiert werden. Macht aber auch nichts, meist vermitteln die Bilder auch die tatsächliche Größe der Bauwerke. Gebäude erleichtern die Arbeit mit Linien und Rastern, die für eine gute, schräge Perspektive oder auch für Fotos aus der Frontalansicht erforderlich ist.

 

Architektur FotografieDie Größe der Gebäude wird durch die Perspektive sehr deutlich. Der Fotograf nutzt bei diesem Bild die Kanten, um das Foto mit klaren Linien auszustatten.

 

Haben Sie Mut, Regeln der Perspektive auch mal absichtlich zu brechen: Lassen Sie Kleines groß erscheinen oder Großes Klein. Begeben Sie sich zum Beispiel mal auf Bodenebene und schießen Sie Fotos einer kleinen Kapelle oder eines Kindes. Beides wird auf Ihren Bildern riesig erscheinen.

 

Das Motiv im richtigen Format und mit dem richtigen Bildausschnitt präsentieren

 

Stellen Sie sich die Frage, ob Sie Ihr Motiv im Hoch- oder Querformat besser zur Geltung kommt und inwiefern Sie den Zoom der Kamera bzw. des Objektivs nutzen. Ist links und rechts des Hauptmotives womöglich mehr Interessantes zu sehen, also darüber und darunter? Gibt es so oder so vielleicht eine bessere Gesamtkomposition?

 

In Schieflage
Dass die Kamera auch mal schief gehalten werden kann, zeigt dieses herrlich bunte Bild. Was so einfach aussieht, hat sicherlich etwas Zeit in Anspruch genommen: Der Zaun im Vordergrund und die Formen im Hintergrund passen hier nämlich exakt zueinander.

 

Nutzen Sie den Zoom, um störende Elemente auszublenden. Scheuen Sie auch nicht davor zurück, sich auf das Motiv zuzubewegen oder den Blickwinkel etwas zu verändern, um es im besten Licht dastehen zu lassen.  Das Motiv sollte sich nicht exakt in der Bildmitte befinden, so machen Sie das Bild räumlicher.

Achten Sie für die Räumlichkeit auch auf Symmetrie, suchen Sie Objekte wie Bäume, Straßen oder Gebäude, die eine Struktur bilden. Spiegelt sich etwas im Wasser? Wunderbar, rauf damit aufs Foto!

Die Leserichtung von links nach rechts ist so tief in uns verankert, dass sie auch die Betrachtung eines Bildes leitet. Nutzen Sie also bewusst Linien und Rasterpunkte, um den Blick des Betrachters zu lenken – Gebäude sind dafür ideal geeignet). Während vertikale Linien uns verwirren und häufig so wirken, als würden sie ein Bild teilen, wirken horizontale Linien eher vertraut.

 

Der Goldene Schnitt macht das Foto rund

 

Der Goldene Schnitt ist der Klassiker unter den Foto-Tipps. Er besagt, dass das Motiv im Seitenverhältnis 1:1,618 platziert werden sollte. Irgendetwas sorgt dafür, dass wir dieses Verhältnis als harmonisch empfinden. Einfach umsetzen lässt sich der Goldene Schnitt, wenn das Bild mit zwei horizontalen und zwei vertikalen Linien in 9 gleichgroße Quadrate unterteilt wird. Wichtige Objekte sollten nun auf einer der Rasterlinien platziert werden.

Sie können sich die Rasterlinien auf vielen Kamerabildschirmen und Smartphones einblenden lassen, das vereinfacht die Umsetzung des Goldenen Schnitts.

 

Bild mit Drittel-Raster
Die Bildkomposition ist hier anhand des Rasters aufgeteilt: Über der rot eingefärbten Drittellinie ist der Wald zu sehen, darunter der See. Das Kind befindet sich auf beziehungsweise innerhalb der ersten vertikalen Rasterlinie.

 

Bonus-Tipp: Blitz sparen

 

Sie kennen das, wenn es auf den Tribünen bei Konzerten oder Fußballspielen blinkt und blitzt. Das ergibt zwar für den Betrachter ein schönes Bild, nicht aber für den Fotografen, der das Blitzlicht einsetzt. Denn der Blitz ist in diesem Fall komplett überflüssig, wenn nicht sogar kontraproduktiv.

Bereits Semiprofessionelle Kameras sind mit den passenden Motiven äußerst lichtstark. Das heißt: Auch in Szenerien mit künstlicher Beleuchtung machen die Geräte gute Bilder, ein Blitz ist hier häufig nicht notwendig. Ohne Blitz sehen viele Bilder, die bei eher schwummrigen Licht geschossen wurden zudem viel stimmungsvoller und authentischer aus, als mit Blitzlicht. Moderne Smartphone-Kameras sind im Übrigen ebenfalls sehr lichtstark und können Wackler und Bildstörungen schnell softwareseitig ausbügeln.

Generell sollten Sie also eher sparsam blitzen. Der Blitzeinsatz empfiehlt sich immer dann, wenn das Umgebungslicht nicht mehr für ein scharfes Bild ausreicht oder der Blitzeffekt gewünscht ist. Bei aufsetzbaren Blitzen kann das Licht zudem senkrecht nach oben oder schräg oben gestellt werden, sodass primär die Decke beleuchtet wird, wodurch eine indirekte Beleuchtung entsteht, im Freien funktioniert das freilich nicht.

Für den Tribünenfotografen heißt das also: Blitzlicht aus, dann kann sich die Kamera auf das beleuchtete Geschehen konzentrieren – und um das geht es ja, wenn Sie nicht gerade ein Selfie schießen wollen. Der Blitz hingegen lenkt den Fokus, wenn es blöd läuft, auf die Haarpracht des Vordermannes oder legt in Kombination mit Kunstnebel einen weißen Schleier über das Motiv.