Alles über den Sinn und Zweck von Model & Property Release Verträgen

Wer in seinem Medienpool Model- und Property-Releases hinterlegt, sichert sich ab, zum Beispiel gegen Abmahnungen. Wir erklären den Sinn dahinter und wann überhaupt Verträge mit Models und Eigentümern notwendig sind.

Selbst wer sich nicht zur Generation “Selfiestick” zählt könnte bei einem Städtetrip nach Paris durchaus schwach werden und sich vor dem bekanntesten Wahrzeichen der Stadt, dem Eiffelturm, ablichten lassen. Was tagsüber kein Problem ist könnte in der Nacht jedoch zu einer teuren Angelegenheit werden. Denn die Lichtinstallation an der 324 m hohen Stahlkonstruktion gilt als Kunstwerk und ist nach französischem Recht urheberrechtlich geschützt. Eine nicht genehmigte Verbreitung von Foto- und Videoaufnahmen des beleuchteten Bauwerks in den sozialen Netzwerken, auf Blogs oder in Printmedien, kann daher zu Abmahnungen oder Unterlassungsklagen führen. Und obwohl es sich bei dem Beispiel Eiffelturm um einen Sonderfall handelt bei dem verschiedene Rechtsauslegungen miteinander konkurrieren, sollten Sie auch bei einer vermeintlich eindeutigen Rechtslage auf Model bzw. Property Release Verträge zurückgreifen um Abmahnungen und Rechtsstreitigkeiten vorzubeugen.

In Zeiten von Schreckgespenstern wie der DSGVO, Abmahnungswellen und Unterlassungsklagen herrscht bei der (gewerblichen) Veröffentlichung von Foto- und Videoaufnahmen gemeinhin große Verwirrung und Unsicherheit. Ein gutes Mittel um hier für Klarheit zu sorgen und Ihre Arbeitsprozesse zu beschleunigen sind Verträge zur Anfertigung und Veröffentlichung von Fotografien und Videos, die sogenannten Releases. Bei der Frage ob Sie einen solchen Vertrag benötigen, sollten Sie zunächst prüfen ob auf der geplanten Aufnahme Personen abgebildet und zu erkennen sein werden, auf privaten Grundstücken oder in Gebäuden fotografiert werden soll oder Geschmacksmuster bzw. designrechtlich geschützte Objekte betroffen sind.

 

Sobald Personen auf einem Bild zu erkennen sind und es sich eindeutig nicht nur um Beiwerk handelt, muss eine Genehmigung der Personen vorliegen.

 

Abbildung von Personen

 

Nicht erst seit der europäischen Datenschutzgrundverordnung wissen wir, dass die Verbreitung von Aufnahmen auf denen Person eindeutig erkennbar sind, nur dann erlaubt ist, wenn die Abgebildeten einer Veröffentlichung ausdrücklich, beispielsweise in Form eines Model Release Vertrages zugestimmt haben. Diese Notwendigkeit leitet sich aus den allgemeinen Persönlichkeitsrechten jeder Person ab und kennt nur wenige Ausnahmen. Bei Kindern oder Personen mit eingeschränkter Geschäftsfähigkeit benötigt es zudem die schriftliche Zustimmung der Erziehungsberechtigten bzw. eines Vormunds. Ausgenommen vom “Recht am eigenen Bild” sind nur Personen die im Rahmen eines zeitgeschichtlichen Ereignisses, als Beiwerk zu einer Landschaft oder während einer öffentlichen Versammlung abgelichtet wurden. Bei Unsicherheit gilt es hier einen Fachanwalt für Medienrecht zu Rate zu ziehen.

Expertentipp: die tatsächliche Erkennbarkeit einer Person wird in der juristischen Praxis davon abgeleitet ob Bekannte oder Arbeitskollegen die Betroffenen auf einer Aufnahme wiedererkennen würden, nicht ob die Person sich auf einer Aufnahme selbst identifizieren würde.

 

Private Grundstücke und das Fotografieren innerhalb von Gebäuden

 

Neben der schriftlichen Einwilligung abzubildender Personen kann für die Veröffentlichung von Fotos oder Videos auch die Erlaubnis des Eigentümers eines Grundstücks oder Gebäudes notwendig sein, wenn die Aufnahmen auf dessen privatem Grund und Boden angefertigt werden sollen. Dieser Umstand leitet sich aus dem Eigentums-/bzw. Hausrecht ab und bezieht sich neben Gebäuden auch auf bebaute oder unbebaute private Grundstücke.

 

Wichtig: entscheidend für die Notwendigkeit eines Release Vertrages ist in diesem Fall nicht, ob es sich bei dem Eigentümer eines Bauwerks um eine private oder juristische Person handelt, sondern ob das Grundstück oder das Gebäude öffentlich zugänglich ist. Wenn Sie mauern oder Zäune überwinden müssen um Fotos von oder auf einem Grundstück anzufertigen zu können, sollten die Alarmglocken schrillen! Und auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel. Auch in Parks, auf öffentlich zugänglichen Plätzen, Bahnsteigen oder Flughäfen können die Eigentümer Fotografierverbote aussprechen. Mit dem Einholen einer entsprechenden Erlaubnis sind auf der sicheren Seite.

 

So schön er auch sein mag: Ohne Erlaubnis in einen umzäunten Privatgarten zu fotografieren kann schon zu Ärger führen.

 

Besonders geschützte Objekte

 

Neben dem Beispiel des beleuchteten Eiffelturms finden sich unzählige weitere Kunstwerke, Installationen und anderweitig designrechtliche geschützte Objekte. Auch Markennamen, Firmenlogos oder Geschmacksmuster fallen unter diesen besonderen rechtlichen Schutz. Zwar soll hiermit in erster Linie die Marke selbst gestärkt und einer Verbreitung von Plagiaten vorgebeugt werden, jedoch kann dies auch bei der Veröffentlichung von Foto- oder Videoaufnahmen entsprechend geschützter Objekte zu Problemen führen.Während eingetragene Marken leicht in den entsprechenden Registern einzusehen und die betroffenen Rechte abzurufen sind, können gerade bei Designobjekten die Urheberrechte Dritter berührt werden. Ist auf einem Foto beispielsweise ein besonderes Designermöbel abgebildet, ist vor der Veröffentlichung nicht die Erlaubnis der vertreibenden Firma sondern auch des verantwortlichen Designers einzuholen.

Da das Markenrecht mitunter sehr vielschichtig und für Laien kaum vollständig zu durchdringen ist, raten wir Ihnen in einem solchen Fall klar zur Zusammenarbeit mit einem entsprechenden Fachanwalt.

 

Welchen Vertrag Sie benötigen und woher Sie ihn bekommen

 

Das die Verwendung eines Model- oder Property Release Vertrages bei privaten und kommerziellen Fotoshootings sinnvoll ist haben wir mittlerweile glaubhaft nachvollzogen. Von Musterverträgen aus dem Internet müssen wir Ihnen dabei jedoch dringend abraten. Zwar besitzen auch diese privat erstellte Verträge eine grundsätzliche rechtliche Verbindlichkeit, jedoch können bereits kleine Formfehler oder unzureichende Erläuterungen das Dokument im Falle eines Rechtsstreits ungültig oder zumindest angreifbar machen. Gerade bei der Abtretung von Rechten, der Frage der Vergütung oder der Weiterverwendung persönlicher Daten finden sich zahlreiche juristische Fallstricke. Im schlimmsten Fall kann dies zur Unwirksamkeit eines geschlossenen Vertrages, Unterlassungsklagen und Schadensersatzforderungen führen.

 

Für alle Verträge, ob Muster aus dem Internet oder vom Fachanwalt gilt jedoch das Prinzip der Vollständigkeit. Nur wenn alle an dem Vertrag beteiligten Personen ihre vollständigen Daten angegeben haben, der Vertragsinhalt zweifelsfrei ausformuliert und das Dokument mit beidseitigen Unterschriften, Orts und Datumsangaben versehen wurde, kann von einer juristischen Verbindlichkeit ausgegangen werden. Gerade bei Model Releases sollten Sie zusätzlich eine Alterszusicherung in den Vertrag aufnehmen. Hierbei genügt es nicht, dass das Model sein Alter mündlich bestätigt. Mit der Einsicht in ein gültiges Ausweisdokument und der schriftlichen Bestätigung (bei Minderjährigen durch die Erziehungsberechtigten), sind Sie hier juristisch abgesichert.

 

Verträge sichern Sie ab. Allerdings müssen diese auch rechtssicher formuliert sein, wobei ein entsprechender Rechtsanwalt gerne weiter hilft. 

 

Der Teufel steckt im Detail

 

Deutlich komplizierter ist die Ausgestaltung des eigentlichen Vertragsinhaltes, der Abtretung von Rechten, der digitalen Nachbearbeitung und Weiterverwendung der Fotos sowie dem Datenschutz und der Vergütung. Üblicherweise werden die Rechte an den Fotos durch die Zahlung eines entsprechend festgelegten Honors vollständig an den verantwortlichen Fotografen bzw. die Agentur übertragen. Dies bedeutet, dass die Aufnahmen zeitlich unbegrenzt, weltweit und sowohl für private als auch für kommerzielle Zwecke verwendet werden dürfen. Oftmals ist auch die Übertragung der Rechte an Dritte (also der Weiterverkauf der Bilder) durch den Vertrag abgesichert. Eine entsprechend eindeutige und nachvollziehbare Ausformulierung dieser Rechteabtretung ist jedoch genauso wie die Auflistung etwaiger Ausnahmeregelungen Voraussetzung für die Gültigkeit eines Release Vertrag. Außerdem sollten Sie das Model über den gesamten Vertragsinhalt informieren und auf für den Vertragspartner nachteilige Passagen besonders hinweisen.

 

Überlassen Sie das Spezielle dem Spezialisten

 

Wenn Sie jetzt nur noch Sternchen und Paragraphen sehen und die Arbeit mit einem Model- oder Property Release Vertrag für Sie zu einer unüberwindbaren Hürde geworden ist, können wir Sie beruhigen. Die einfachste Lösung und unser wichtigster Tipp beim Umgang mit solchen Vertragswerken ist die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Fachjuristen. Egal ob Sie ein entsprechendes Dokument auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt aufsetzen, oder einen Mustervertrag gegenprüfen lassen wollen, sollten Sie die Expertise eines Profis zu Rate ziehen. Der zeitliche und finanzielle Aufwand hierfür ist in Anbetracht drohender Rechtsstreitigkeiten und Abmahnungen bei einem unzureichenden Vertragsdokument mehr als gerechtfertigt. Und einmal aufgesetzt, lässt sich ein Model- oder Property Release Vertrag mit wenigen Handgriffen auf jedes Ihrer Marketingvorhaben anpassen.

 

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