9 Fragen an David Gran: Wie wird man Instagram-Influencer?

Follower sind die Währung auf Instagram – wer ein Social-Media-Influencer auf der Bildplattform werden möchte, braucht also Leute, die mögen, was Sie zeigen. Und Kontakte zu Sponsoren und Partnern. Wie das funktioniert und was potentielle Influencer sonst noch alle wissen müssen, klären wir im Gespräch mit David Gran, der auf Instagram Bilder von Cocktails zeigt und damit ein paar tausend Follower unterhält.

 

David Gran bietet Cocktailcatering an und ist ganz nebenbei sehr erfolgreich auf Instagram unterwegs.

 

In deinem Instagram-Account @mybar_by_david_gran zeigst du tolle Bilder von selbst gemixten Cocktails. Wie bist du dazu gekommen und wie lang machst du das schon?

Ich habe mit 18 angefangen neben der Schule in einem Club zu arbeiten. Zunächst nur simple Thekenarbeit, wenig später allerdings auch an einer Cocktailtheke. Hier habe ich meine ersten Berührungspunkte mit den bunten Drinks gehabt und auch zum ersten Mal meine Leidenschaft für das Spiel mit Geschmäckern entdeckt.

Dieser Nebenjob als Barkeeper hat mich bis in mein Studium herein verfolgt, bis ich mich, nach einigen Jahren der unterirdisch schlechten Bezahlung (das war noch vor Mindestlohn) und einigen hundert durchgearbeiteten Nächten, irgendwann selbstständig gemacht habe und neben dem Studium als Barkeeper auf Events wie Hochzeiten und Messen unterwegs war.

Zu dieser Zeit, es dürfte ca. fünf Jahre her sein, habe ich auch angefangen, erste Fotos auf sozialen Medien hochzuladen, damals noch als Werbemittel für mein Gewerbe. Begonnen hat das Ganze auf Facebook und seit etwa vier Jahren bin ich auch bei Instagram aktiv.

 

Du hast aktuell rund 6.000 Abonnenten, das ist eine ordentliche Follower-Base. Lief das von Anfang an gut? Welche Hebel hast du genutzt, um mehr Abonnenten zu bekommen? Welche Schwierigkeiten gab es?

Am Anfang bin ich das Projekt „Instagram“ für mich noch gar nicht mit der Ausrichtung darauf angegangen, mal ein Influencer zu werden. Ich wollte einfach die Welt an meiner Leidenschaft für Drinks und Barkultur teilhaben lassen. Erst nach einem Besuch als Bartender bei dem Internet TV Sender RocketbeansTV und einer steigenden Followerzahl, sowohl auf Facebook als auch auf Instagram, habe ich festgestellt, dass das was ich da an meiner Bar fabriziere, offenbar Menschen interessiert.

Seit Ende 2016 bin ich also aktiv dabei und versuche Instagram aktiv als Plattform zu nutzen.

Um eine immer größer werdende Abonnentenzahl zu erreichen, habe ich natürlich versucht, regelmäßig Beiträge zu veröffentlichen, habe viele Postings, die ähnlich derer waren die ich veröffentliche, kommentiert und geliked und damit ein ganz gutes Netzwerk, auch mit anderen Influencern geknüpft. Gut geholfen haben immer Erwähnungen von großen Influencern.

Seit ungefähr zwei Jahren arbeite ich nun aktiv mit verschiedenen Marken zusammen. Auch das hat mir geholfen, meine Reichweite zu erhöhen. Denn wenn einer Marke gefällt, was ich so kreiere, wird der Beitrag natürlich reposted.

Aber natürlich gibt es auch immer wieder Schwierigkeiten. Seien es Beiträge, die viel Herzblut gekostet haben, in welche viel Arbeit geflossen ist und die dann nicht so ankommen wie man es sich erhofft hatte, oder sinkende Followerzahlen, wenn man aufgrund anderer Verpflichtungen mal nicht so viel Zeit für Instagram hatte.

 

Unter @mybar_by_david_gran zeigt David Gran auf Instagram regelmäßig seine Eigenkreationen.

 

Wieviel Zeit investierst du pro Woche im Schnitt für Instagram?

Vermutlich viel mehr als ich eigentlich sollte. Das variiert natürlich von Woche zu Woche, aber inzwischen würde ich tatsächlich sagen, dass Instagram respektive das Blogging, so eine Art Zweitjob für mich geworden ist und dementsprechend viel Zeit nimmt es auch in Anspruch.

 

Wie häufig und wie regelmäßig veröffentlichst du neue Posts?

Ich versuche mindestens jeden zweiten Tag einen Beitrag online zu bringen. Zudem sind natürlich Stories super wichtig. Hier versuche ich meinen Followern immer etwas aus meinem Alltag rund um Drinks, Spirituosen und Barleben, aber auch aus meinem persönlichen Alltag zu zeigen.

 

Was muss ein guter Post auf Instagram erfüllen, worauf ist zu achten?

Ein guter Post muss meiner Meinung nach sowohl qualitativ hochwertig sein (Bildqualität etc.), als auch den jeweiligen Interessentenkreis ansprechen.  Ein hundertprozentiges Rezept habe ich allerdings auch nicht, aber ich versuche immer zu bewerten, ob mir das Bild gefallen würde und erst wenn dies der Fall ist, wird ein Post veröffentlicht.

 

Wie machst du deine Bilder?

Ganz am Anfang habe ich ganz simpel die Fotos für meinen Instagram Kanal mit der Kamera meines Smartphones gemacht. Aber mir war relativ schnell klar dass das für eine professionelle Arbeit nicht ausreichend sein würde. Daher habe ich mir eine Spiegelreflexkamera von Canon zugelegt. Diese leistet bis heute ziemlich gute Dienste, auch wenn ich bald auf ein besseres Modell aufstocken werde.
Um meine Drinks noch besser in Szene zu setzen, habe ich zu Beginn des Jahres auch in eine Fotobox (für Fotos vor schwarzem oder generell einfarbigem Hintergrund) sowie in einige Scheinwerfer investiert. Für die Bildbearbeitung schwöre ich auf Adobe Photoshop.

 

Mit über einer Milliarde aktiver Nutzer hat Instagram ein enormes Marketing-Potential. In Deutschland nutzen über 15 Millionen Menschen das Social Network.

 

 

Verdienst du mit deinem Account Geld bzw. ist das für die Zukunft geplant?

Inzwischen verdiene ich mit meinem Instagram Kanal tatsächlich Geld.  Ausschließlich davon leben ist allerdings noch nicht möglich. Aber das ist längerfristig schon mein Wunsch. Zumal in naher Zukunft diesbezüglich einige Veränderungen vor der Tür stehen. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber ab dem nächsten Jahr werden einige sehr interessante Projekte in diesem Bereich umgesetzt.

Auf jeden Fall, so viel kann ich verraten, wird in die Video-Richtung einiges Neues zu sehen sein.

 

Wie kommst du an Produktmuster und wie schwierig war das vor allem beim Aufbau deines Accounts?

Das war tatsächlich gar nicht schwierig. Ich bin, als ich den Plan gefasst hatte mit Herstellern zusammen zu arbeiten auf einige Hersteller und Shops zugegangen und habe seit dem einige sehr gute Partnerschaften geknüpft, die sogar über die reine Social Media Kooperation hinaus gehen.

Beispielsweise halte ich für einige Spirituosenhersteller Tastings ab, oder kreiere Signature Drinks für neue oder bestehende Produkte. Inzwischen hat es sich auch so entwickelt, dass immer mehr Firmen auf mich zukommen und ich so immer interessantere Projekte umsetzen kann.

 

Welche Tipps hast du für Instagram-Nutzer, die selbst (Micro-)Influencer werden wollen? Braucht es ein Thema, eine Nische?

Auf jeden Fall braucht man Durchhaltevermögen. Es gibt immer Zeiten, in denen die Abo-Zahlen stagnieren, in denen ein Post für den man viel Arbeit investiert hat weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Da heißt es dran bleiben und reflektieren wie es besser laufen kann.
Grundsätzlich würde ich immer wieder einen roten Faden für meine Instagram-Seite wählen, da so Follower schnell einen Grund finden, mir zu folgen. Bedient man ein bestimmtes Thema, am besten eines, welches auf Instagram noch nicht so riesig breitgetreten ist, ist es auch immer einfacher im jeweiligen Bereich bekannt zu werden.

 

David, vielen Dank für das Gespräch!