Was die Plattform für Kreative kann und wieso ihr jetzt ein Portfolio anlegen solltet

Behance. Der online Treffpunkt für Kreative, die ihre Arbeiten präsentieren und ihr Portfolio mit potenziellen Arbeitgebern teilen möchten. Doch wie funktioniert Behance? Lohnt es sich, ein Portfolio anzulegen?

 

Was genau ist Behance?

2006 gegründet und seit 2012 ein Teil der Adobe Creative Cloud: Behance ist eine kostenlose Plattform für Künstler, Designer und Fotografen, die ihre Arbeiten in Form von Profilen und Projekten präsentieren und sich darüber austauschen möchten. Gerade für Menschen ohne festen Arbeitgeber wird es interessant: Denn ein aufwendiges Versenden der Bewerbungsunterlagen war gestern. Ein über Behance angelegtes, individuelles Profil lässt sich per dazugehöriger URL bequem teilen und ständig aktualisieren. Das sogar problemlos von unterwegs, da ihr über die App jederzeit einen einwandfreien Zugriff habt. Doch Behance kann noch mehr. Die Plattform umfasst auch die Möglichkeit des Social Networkings. Sprich: Die große Community kann euch direktes Feedback zu euren Arbeiten geben. Das verschafft zusätzliche Sicherheit – oder ihr überlegt es euch mit einem Werk lieber doch noch einmal anders, bevor ihr es eurer Projektsammlung hinzufügt. Außerdem könnt ihr über die „Creative Jobs“ Sidebar regionale und internationale Jobangebote ausfindig machen und mit den Zuständigen in Kontakt treten.

 

Die „Creative Jobs“ Sidebar besteht aus regionalen und internationalen Jobangeboten

 

Was ist ein Projekt?

Ein Projekt ist eine Gruppe von Bildern, Videos oder anderweitigem digitalen Content zu einem bestimmten Thema oder einer Idee. Jedes Projekt könnt ihr per URL mit Kuratoren, Personen eurer Wahl oder anderen Social Media Netzwerken teilen. Genauso seht ihr auch eine Anzeige für Views und Appreciations , um zu verfolgen, wie viele eure Arbeit bereits gesehen und geliked haben. Normalerweise besteht ein Projekt aus 10 bis 15 Uploads, ausgestattet mit je einer kurzen Beschreibung und einem Titel.

 

 

Kollektion von Werken mit Beschreibung und Titel, Autor: Emanuele Marani

Jedes Projekt wird eurem Profil hinzugefügt und kann auch von jedem angesehen werden. Ein Limit auf Projekte gibt es nicht. Jedoch ist Behances offizielle Empfehlung: Qualität vor Quantität.

 

Ist Behance ein Soziales Netzwerk?

Behance ist im Prinzip nichts anderes als ein hochwertigeres Instagram für professionelle Künstler. Andere Behance Mitglieder können eurem Profil folgen, genauso wie auch ihr euren Favoriten folgen könnt. Auf der For You Seite werden die Aktivitäten der Personen, denen ihr folgt, angezeigt. Ihr werdet benachrichtigt, wenn diese etwas Neues uploaden, Werke „appreciaten“ oder Content zu ihren Moodboards hinzufügen. Je mehr Leuten ihr folgt, desto mehr Projekt-Cover erscheinen in eurem Feed. Diese könnt ihr per Click öffnen, um den Content im vollen Umfang zu betrachten.

 

 

Behance Feed mit Projekt-Cover, Autoren: Ana V. Francés, Cristina Toledo

 

Oder ihr schaut euch Livestreams von führenden Artisten an, um neue Techniken zu erlernen. Die Möglichkeiten auf Behance reichen weit und sind vielfältig.

 

Livestream von Artist Winish Chedi

Gerade ist schon das Wort Moodboards gefallen. Sie lassen sich gut mit Boards auf Pinterest vergleichen. Ihr könnt inspirierende oder besondere Werke für euch in „Stimmungsboards“ abspeichern und diese entweder öffentlich einsehbar lassen oder nur für euch privat zugänglich machen.

Vor allem das Feedback der anderen Mitglieder ist ein wichtiger Faktor, um sich selbst immer weiter zu verbessern. Durch die Appreciations und Kommentare seht ihr eure Werke nochmal aus einem ganz anderen Blickwinkel. Hierbei ist sicher auch die WIP (Work in Progress) Funktion eine große Hilfe. Seid ihr euch noch nicht sicher, ob ihr ein Projekt dauerhaft zu eurem Profil hinzufügen möchtet, könnt ihr es als WIP hochladen. Dieses ist 24 Stunden sichtbar, während denen ihr euch Meinungen einholen könnt. Eine praktische Funktion. Schließlich ist euer Behance Profil ein Onlineportfolio, auf dem ihr ausschließlich die besten Arbeiten hochladen solltet. Because there is no second chance for a first impression.

Übrigens könnt ihr auch private Nachrichten versenden. Egal ob an andere Künstler oder Agenturen. Mit etwas Glück flattert auch bald ein Jobangebot rein.

 

Wie erstelle ich gute Projekte?

Bei einem Projekt kommt es, wie bereits erwähnt, auf die Qualität an. Ladet deswegen nur erstklassigen Content hoch! Übrigens ist es für Kuratoren und andere Arbeitsgeber viel interessanter, den Weg zum Ergebnis zu sehen, anstatt nur das fertige Werk. Eine Bildschirmaufnahme vom Gestaltungsprozess im Zeitraffer, erste Skizzen, Serien und ultra genaue Details sollten in euren Projekten nicht fehlen.

 

 

Bildschirmaufnahmen eines Porsches 906, Autor: Aaron Brimhall

 

Zögert also nicht, nur einen Ausschnitt einer großen Datei oder ein Video eurer Animation hochzuladen. Wenn durch das Projekt hindurch ein klarer Konzeptgedanke erkennbar ist, habt ihr alles richtig gemacht.

 

Wie erreiche ich eine große Reichweite auf Behance?

Jeder fängt irgendwo mal klein an. Damit das aber nicht lange so bleibt, am besten von Anfang an aktiv in der Community mitwirken. Folgt inspirierenden Personen und baut euch ein Netzwerk auf. Antwortet auf Kommentare und appeciated die Projekte der anderen Behance Member. Teilt euren URL und reposted das ein oder andere Projekt unbedingt auch auf weiteren Social Media Seiten. Egal ob Twitter, Facebook oder Instagram. Durch multiples Auftreten in vielen verschiedenen Sozialen Netzwerken erhöht man seine Reichweite automatisch. Natürlich generieren auch Kollaborationen mit anderen Designern und Freelancern eine größere Reichweite. Vielleicht ist so eine Zusammenarbeit auch ein Horizont erweiterndes Erlebnis. Man weiß ja nie.

Weiterhin können die Statistiken, die Behance anbietet, mehr darüber verraten, wie eure Werke ankommen und was man noch ändern könnte. Außerdem gibt euch Behance die Möglichkeit, das eigene Portfolio in gewissen Maßen zu individualisieren. Ihr habt freie Verfügung über die Größen der Abstände oder die der Trennzeichen. Unter anderem könnt ihr auch eine Hintergrundfarbe wählen, die genau zu eurem Stil passt. Behance ist eine Plattform für Kreative. Ihr werdet nicht gezwungen, eure Arbeiten in eine ganz konkrete Form zu quetschen. Vergesst also nicht, euer Portfolio zu einem Spiegelbild euer selbst zu machen. Es zeugt von Kreativität und Einzigartigkeit.

Ansonsten heißt es abwarten und Tee trinken. Bringt ein wenig Geduld mit. Schließlich warten die Kuratoren und Arbeitgeber nicht darauf, dass ihr euch endlich ein Behance Portfolio anlegt. Macht euch also bemerkbar und zeigt euch von der besten Seite. Wer weiß, vielleicht springt schon bald ein Jobangebot oder ein Arbeitsauftrag heraus.